Ein erheblicher Teil des Netzausbaus in Deutschland wird im Jahr 2026 im 110-kV-Verteilernetz stattfinden. Das Zusammenspiel von Netzausbauplanung, Genehmigungsverfahren und Fachplanungsrecht stellt Verteilernetzbetreiber Strom vor anspruchsvolle Herausforderungen. Wir wollen diese Themen für einen Vormittag ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rücken – mit rechtlicher Einordnung, praktischen Tipps und der Möglichkeit zur Diskussion der Fachbeiträge. Die Veranstaltung richtet sich an Netzbetreiber, Genehmigungsbehörden, energieintensive Unternehmen und Planungsbüros, die frühzeitig erkennen möchten, welche rechtlichen und strategischen Weichen jetzt gestellt werden müssen.
Datum: 18. März 2026
Uhrzeit: 09:30 – 12:30 Uhr mit anschließendem Get-together
Veranstaltungsart: hybrid
Teil 1: RA Sebastian Hoppe | Netzausbau- und Netzentwicklungspläne im Verteilernetz
Im Jahr 2026 müssen die Verteilernetzbetreiber Strom neue Netzausbaupläne vorlegen. Wir nehmen eine systematische Einordnung in den Rechtsrahmen des EnWG vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus dem Netzausbauplan konkrete Pflichten für Verteilnetzbetreiber entstehen und ob sich diese von der Netzentwicklungsplanung für Fernleitungs- und Übertragungsnetzbetreiber unterscheiden. Anhand des aktuellen Verfahrensstandes zeigen wir, welche Inhalte und Verfahrensschritte die Netzausbauplanung umfasst und welche Mitwirkungs- und Einflussmöglichkeiten sich für Netzbetreiber eröffnen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Befugnissen der Regulierungsbehörde zur Durchsetzung der Vorgaben des Netzausbauplans, einschließlich möglicher Anordnungen und Sanktionen. Der Vortrag richtet sich an Netzbetreiber, Stadtwerke und energieintensive Unternehmen, die frühzeitig erkennen möchten, welche rechtlichen und strategischen Weichen jetzt gestellt werden müssen.
Teil 2: RA Marcel Triebels | Genehmigungsrechtliche Weichenstellungen beim Netzausbau im Elektrizitäts- und Wasserstoffverteilernetz
Für den Netzausbau im Elektrizitätsverteilernetz enthält das EnWG verschiedene Weichenstellungen. Wir beleuchten die verschiedenen Möglichkeiten und zeigen auf, wie diese die zeitliche Planung von Ausbauprojekten maßgeblich beeinflussen. Anhand typischer Projektkonstellationen differenzieren wir die Anforderungen und Abläufe von Raumverträglichkeitsprüfungen, Anzeigeverfahren nach § 43f EnWG sowie Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren. Zudem werden praxisnahe Strategien vorgestellt, wie Netzbetreiber und Projektträger durch frühzeitige Weichenstellungen, sinnvolle Verfahrenswahl und abgestimmte Zeitpläne Rechtssicherheit erhöhen und Projektlaufzeiten reduzieren können.
Teil 3: RAin Anika Lehnen | Infrastrukturgebieteplan im Elektrizitätsverteilernetz (RED III-Umsetzungsgesetz)
Der Gesetzgeber hat im Ende 2025 in Kraft getretenen Gesetz zur Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie im Bereich Windenergie auf See und Stromnetze auch den Ausbaubedarf im Elektrizitätsverteilernetz bedacht. Anhand der neuen Vorschriften zu Infrastrukturgebieten im Elektrizitätsverteilernetz zeigen wir auf, wie der Netzausbau auch im Verteilernetz Strom künftig räumlich gebündelt und planerisch gesteuert werden soll. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den praktischen Auswirkungen für Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren, vor allem im Hinblick auf Verfahrensbeschleunigung und Abwägungsentscheidungen.


