Wie entstand Rollstuhlbasketball? Wir blicken ziemlich genau 80 Jahre zurück: Auf eine Zeit, in der etliche Soldaten mit schweren Verletzungen aus dem zweiten Weltkrieg zurück in ihre Heimat kehrten. Vom Krieg verwundet, ließen sie sich eines nicht nehmen: den Spaß am Sport.
Viele ehemalige US-Basketballspieler wollten ihre Leidenschaft für den Sport nicht aufgeben und suchten nach Lösungen, trotz ihrer körperlichen Einschränkungen ihrer Passion nachzugehen.
Gleichzeitig entwickelte der jüdische Neurologe Ludwig Guttmann eine neue Art der Bewegung für Menschen mit Querschnittlähmung. Im Vordergrund stand der Gedanke der Rehabilitation. Kriegsinvaliden sollte durch die sportliche Betätigung sowohl körperlich als auch psychisch geholfen werden. Das war damals ein völlig neuer Ansatz. Guttmann führte Ende der 1940er Jahre erstmals die „Stoke Mandeville Games“ für Gelähmte durch, in denen sowohl Frauen als auch Männer verschiedene Sportarten in Rollstühlen ausübten.
Die „Stoke Mandeville Games“ gelten als Vorreiter der heutigen Paralympischen Spiele.
Wie wird Rollstuhlbasketball gespielt?
Die Regeln weichen nur gering vom klassischen Fußgänger-Basketball ab: Fünf Spielerinnen oder Spieler pro Team, Körbe auf 3,05 Meter Höhe, vier Viertel Spielzeit und ein hohes spielerisches Tempo. Der größte Unterschied liegt im Einsatz speziell angefertigter Sportrollstühle und in der sogenannten Punkteklassifizierung. Diese sorgt für einen hohen Grad an Fairness, indem die körperlichen Voraussetzungen der Athletinnen und Athleten berücksichtigt werden. Jede Spielerin und jeder Spieler erhält eine Punktzahl zwischen 1,0 und 4,5 – je höher die Punktzahl, desto größer die funktionelle Beweglichkeit. Die Gesamtpunktzahl der Spielerinnen und Spieler, die auf dem Feld stehen, darf je nach Wettbewerb 14 bzw. 14,5 Punkte nicht überschreiten. So können, zumindest auf nationaler Ebene, sowohl Menschen mit als auch Menschen ohne Behinderung miteinander spielen.
Das Problem der Sichtbarkeit
Trotz seiner sportlichen Qualität steht der Rollstuhlbasketball vor strukturellen Herausforderungen. Eine der größten Problematiken ist die geringe mediale Sichtbarkeit. Spiele werden selten im Fernsehen übertragen, Berichterstattung findet meist nur im Rahmen großer Turniere statt.
Hinzu kommen hohe Kosten: Sportrollstühle, Reisen zu internationalen Wettbewerben und Trainingsinfrastruktur sind teuer, während Sponsoring und öffentliche Förderung oft begrenzt bleiben. Viele Athletinnen und Athleten betreiben ihren Sport auf höchstem Leistungsniveau, jedoch ohne die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die im Profisport sonst üblich ist.
Unser Engagement
Turniere wie der CBH Nations Cup Cologne leisten einen wichtigen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. Bei diesem Turnier kommen Rollstuhlbasketballteams aus verschiedenen Ländern nach Köln, um in hitzigen Spielen gegeneinander anzutreten. Veranstaltungen wie diese schaffen Öffentlichkeit und fördern den gesellschaftlichen Diskurs über Inklusion, Chancengleichheit und Teilhabe im Sport.
Als Titelsponsor setzen wir damit ein klares Zeichen: für sportliche Exzellenz, gesellschaftliche Verantwortung und die Unterstützung eines Sports, der mehr Aufmerksamkeit verdient.
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