Am 20.09.2023 richtete CBH zum elften Mal die jährlich stattfindende Fachtagung Energie - Pipelines, Freileitungen und Wasserstoff aus. Die Veranstaltung war wie im vergangenen Jahr, als ihr 10-jähriges Jubiläum stattfand, gut besucht und unterstrich ihren Ruf als etablierter Branchentreff für Akteure des Energienetzausbaus und der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.



Die diesjährige Veranstaltung knüpfte programmatisch an das Format des letzten Jahres an. Die Gastgeber Stefan Rappen und Sebastian Hoppe boten den Teilnehmern spannende Fachvorträge und Diskussionen, in deren Mittelpunkt aktuelle Fragestellungen des Netzausbaus standen. Stefan Rappen konstatierte in seiner Begrüßung, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr fleißig war und eine Gesetzesflut zur Beschleunigung des Netzausbaus auf den Weg gebracht hat. Sebastian Hoppe gab sodann einen Einblick in die einzelnen Gesetzesänderungen und ordnete diese ein. Hierbei zeigte sich, dass der Ausbau der Übertragungsnetze im Fokus der gesetzlichen Beschleunigungsregelungen steht. Der Blick richtete sich sodann auf den Ausbau der Wasserstoffnetzinfrastruktur in Deutschland. Hierzu führte Stanislav Daschevski (Veenker Ingenieure) die Zuhörer in die Grundlagen der Risikobewertung von Windenergieanlagen in der Nähe von Gaspipelines ein. Hierbei zeigte sich, dass die bisher nur in Einzelgutachten vorgenommenen Risikobewertungen von WEA auf Wasserstoffleitungen möglicherweise in das für Erdgasleitungen bestehende Generalgutachten integriert werden können. Anschließend stellte Carsten Krause (HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V.) das Projekt „HyPipCo“ vor, dessen Ziel die Errichtung eines Wasserstoffpipeline-Netzes im Großraum Köln ist und von dem die dort ansässige Chemieindustrie profitieren soll. Dabei wurde deutlich, dass Industriestandorte wie Köln eine Verknüpfung mit überregionalen und internationalen Wasserstofftransportachsen, wie das zwischen den Niederlanden und Deutschland geplante Wasserstoffnetz „H2ercules“, benötigen.
Höhepunkt der Fachtagung war wie im vergangenen Jahr, das mit viel Zuspruch bedachte Diskussionsformat, welches Stefan Rappen auch in diesem Jahr moderierte. Die Debatte stand unter dem Leitthema „Netzausbau im Gesetzesrausch – Beschleunigung garantiert?“. Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung kamen zu Wort. In einem angeregten Austausch offenbarte sich, dass die Teilnehmer die gesetzliche Reduzierung von Prüfungsumfängen in Planfeststellungsverfahren überwiegend positiv für die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren bewerten. Es gab jedoch auch kritische Stimmen, die die neuen Regelungen als zu kurz gegriffen betrachten. Die Diskussion zeigte zudem, dass Beschleunigungspotenziale möglicherweise auch in der Formulierung einheitlicher Zielsysteme für Infrastrukturplanungen liegen.
CBH hat mit einer gelungenen Veranstaltung das zweite Jahrzehnt der Fachtagung Energie eingeläutet und wird auch in den kommenden Jahren vollen Einsatz zeigen, um sowohl dem treuen Teilnehmerstamm, aber auch jedem neuen Gast der Fachtagung informative und relevante Inhalte zum Thema Netzausbau und Wasserstoff in Köln zu präsentieren.

