Wirecard – Die Insolvenz trifft insbesondere auch die kreditgebenden Banken ins Mark

Nach Medienberichten vergab ein Konsortion aus 15 Banken unter Führung der Commerzbank AG an dem Wirecard Konzern Darlehen in Höhe von 1,75 Milliarden Euro, wovon 1,60 Milliarden Euro valutiert worden seien. Commerzbank, ING, LBBW und ABN Amro sollen jeweils (weitgehend ausgeschöpfte) Kreditlinien von 200 Millionen Euro ausgereicht haben.

Unter anderem weil 1,90 Milliarden Euro an angeblichen Bankguthaben in Asien nach aktuellem Kenntnisstand tatsächlich nicht vorhanden sind, wird das zwischenzeitlich eröffnete Insolvenzverfahren nicht zu einer vollständigen Befriedigung der Geldhäuser führen.

Nicht nur für Mitarbeiter und Kapitalanleger, sondern auch für das Bankenkonsortium wird die Insolvenz deshalb zu einer massiven Belastung. Teilweise sollen Verluste durch den Verkauf der Kreditforderungen weit unter den bestehenden Restvaluten nach unbestätigten Pressequellen bereits realisiert worden sein. Schlecht: Insolvenzverwalter Jaffé findet offenbar einen immer größer werdenden Schuldenberg vor, dem nur wenig verwertbare Masse gegenübersteht.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass von WDR, Handelsblatt und Süddeutscher Zeitung (SZ) berichtet wird, dass erste Prüfaufträge für Klagen gegen vermutlich den Bund, die Finanzaufsicht BaFin, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY und deren Prüfer, den Aufsichtsrat oder auch den Vorstand des insolventen Konzerns vergeben wurden. Die Erfolgsaussichten werden unterschiedlich eingeschätzt, sind es offensichtlich auch. Insbesondere eine Haftung von Bund und BaFin wird nicht einfach zu begründen sein.

Im Ergebnis sehen sich alle potentiellen Anspruchsgegner in den öffentlichen Stellungnahmen selbst als „Opfer von Betrügern“. Im Fokus stehen die Wirtschaftsprüfer. Im Handelsblatt äußerte der Präsident Hans-Walter Peters des Bankenverbandes BdB: „Auf eine testierte Bilanz muss man sich einfach verlassen können“ (Quelle: Handelsblatt).

CBH als eine der TOP Wirtschaftskanzleien für Banken (Focus Spezial – Ausgaben September 2019 und September 2020) steht betroffenen Banken mit langjähriger Erfahrung im Bereich komplexer Klageverfahren als Berater zur Verfügung.

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